Project 333: So geht Detox für den Kleiderschrank
Wir leben im Grunde ein Leben im Überfluss. Wir haben alle genügend zu essen und einen Kleiderschrank mit so vielen Klamotten, dass wir uns eigentlich nie wieder etwas Neues kaufen müssten. Durch die Werbung wird uns seit Jahren suggeriert, dass wir uns besser fühlen, wenn wir uns neue Dinge kaufen. Leider stimmt das nicht und wir als Konsumenten kommen der Werbeindustrie immer mehr auf die “Schliche”.
Daher finden sogenannte Minimalisten immer mehr Anklang. Sei es Marie Kondo, die uns zeigt, wie man richtig ausmistet. Diverse Zero Waste Aktivistinnen, die uns inspirieren, noch bewusster und weniger zu kaufen oder auch “The Minimalists”, die nach einem erfolgreichen Podcast nun auch einen Film auf Netflix veröffentlicht haben. Wenn wir über Minimalisten reden, dann darf auch der Name Courtney Carver nicht fehlen. Sie hat das Experiment: Project 333 erfunden.
Hast du schon einmal über eine Klamotten-Detox-Kur nachgedacht?
Drei Monate lang nur mit 33 Klamotten auskommen? Der Horror! Nicht für Courtney Carver, die Project 333, eine Art Klamotten-Detox entwickelte.
287 Tage verbringt eine Frau in ihrem Leben damit, sich vor dem Kleiderschrank zu fragen: „Was zieh ich bloß an?“ Das ist fast ein ganzes Jahr Ladies! Dabei kommen wir meist zum selben Schluss: „Ich hab nix anzuziehen!“ – obwohl die Kleiderstange sich schon durchbiegt. Denn gerade mal 15 Prozent der Deutschen ziehen auch alles an, was sie im Schrank finden. Die anderen greifen meist immer zu denselben Lieblingsteilen.
Genauso ging es der Amerikanerin Courtney Carver. Irgendwann hatte sie genug und dachte sich ein kleines Experiment aus: Project 333, eine Art Detox für den Kleiderschrank. Ihre Idee hat inzwischen Tausende Anhänger weltweit und brachte Courtney eine neue Karriere als Minimalismus-Vertreterin und Autorin ein.
Wie kamst du auf Project 333?
Es fing als ein persönliches Experiment an. Ich hatte das Gefühl, nie genug Klamotten im Schrank zu haben. Dabei quoll er über. Trotzdem war ich ständig unglücklich mit dem, was darin hing. Also ging ich shoppen und schleppte noch mehr an. Ich hatte zu viele Möglichkeiten und irgendwann das Gefühl, dass das Leben mich überrollt. Also begann mit Project 333.
Und wie funktioniert das genau?
Es ist total einfach: Man sucht sich 33 Teile aus und trägt die nächsten drei Monate nur diese Teile. Klamotten, Schuhe, Jacken, Accessoires und Schmuck – alles zählt. Nur Sportklamotten, Schlafsachen, Ehering sind außen vor. Die Sachen, die man während der Zeit nicht anzieht, muss man natürlich nicht wegwerfen. Aber man sollte sie für eine Weile wegpacken. Nach drei Monaten kann man dann eine neue „Capsule Kollektion“ für die nächste Saison zusammenstellen.
Was hat dir das gebracht?
Die Challenge ist jetzt Teil meines Lebens und hat sehr beeinflusst, wie ich über Mode – und Besitz im Allgemeinen – denke. Ich habe gelernt, dass man gar nicht so viel braucht, um gut auszusehen und glücklich zu sein. Mit weniger Zeug zu leben lässt mir mehr Freiraum die wenigen Dinge, die ich besitze, erst richtig wert zu schätzen. Außerdem spart es Zeit. Ich verschwende weniger wertvolle Lebenszeit vor dem Schrank und stresse mich nicht mehr beim Shoppen. Es hat vieles leichter gemacht.
War es nicht verdammt schwer, sich drei Monate lang nur mit 33 Teilen zu stylen?
Sehr schlimm war der Monat vorher. Ich machte mir riesige Sorgen, wie ich das schaffen sollte und was die Leute denken würden, wenn ich dauernd dasselbe trage. Aber als ich dann anfing, lief es. Keiner bemerkte, dass ich weniger Klamotten als vorher trug, obwohl ich Vollzeit arbeitete – weder meine Kollegen, Freunde noch die Kunden. Dafür hatte ich nur noch Lieblingsteile im Schrank, in denen ich mich jeden Tag wohlfühlte.
Wie sollen Fashion-Addicts, zu denen sich ja viele Frauen zählen, es schaffen, mit 33 Teilen auszukommen?
Für die ist Project 333 perfekt, weil es eben nur ein Experiment ist. Man kann drei Monate lang herausfinden, wie es seine Einstellung zu den vielen Klamotten verändert. Es muss ja nicht für immer sein. Drei Monate sind lang genug, um etwas über sich selbst zu lernen. Außerdem kann man sich danach, also nach einer Saison, ja wieder etwas Neues zulegen. Project 333 hilft eben auch beim Ausmisten und sich von Zeug zu trennen, das man sowieso nicht mehr trägt.
Inzwischen nehmen Frauen und Männer weltweit an deinem Project 333 teil. Warum glaubst du, begeistert es so viele?
Viele nutzen Project 333, um ihre Beziehung zu Konsum zu ergründen, einige entwickeln damit ihren persönlichen Stil oder einen Signature Look, manche wollen sich von Ballast befreien und anderen macht es einfach Spaß, eine eigene Kollektion für eine Saison zusammen zustellen. Es passieren die unterschiedlichsten Dinge. Darum lohnt es sich, es einfach mal auszuprobieren.
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(Text: Bianca Morgen)